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SpVg Iseringhausen – SV Blau-Weiß Hillmicke 0:2

 

Liebe Leute, vergesst Schalke gegen Dortmund, Celtic gegen Rangers, vergesst auch River Plate gegen Boca Juniors, denn das sind doch nur Partien für Muttersöhnchen und Papas Mädchen - hier kommt das einzig wahre Derby: Iseringhausen gegen Hillmicke. Mehr Derby geht nicht! Zwischen beiden Sportplätzen liegen nur Huppen, Schwarzbruch, Büchen und die A4, also quasi nichts, hinzu kommt die jahrelange Zusammenarbeit im Jugendbereich, aber auch die Weigerung, das Spiel trotz Bundesschützenfestes zu verlegen: in dieser Partie war schon vor dem Anpfiff mehr Dampf unterm Kessel als in jeder Lokomotive – selbst der Hogwarts-Express kann da nicht mithalten. 

 

Auf der einen Seite der ehemalige Stern des Amateurfußballs im Kreis Olpe, der nach und nach bis in die Untiefen der Kreisliga C abgerutscht ist – auf der anderen Seite Hillmicke (oder war es anders herum? Egal!). Die vor der Saison massiv getunten Gäste vom Fockenberg reisten als klarer Favorit an, hatten sie doch unter anderem den Ex-Bezirksliga-Torschützenkönig und jetzigen Spielertrainer Bastian Schildt mit an Bord, während der einzige Torschützenkönig im Iseringhauser Kader Domi Kolodziej ist, und der hatte diese Ehre in der bis heute legendären Minikicker-Saison 1999/2000 unter seinem sportlichen Ziehvater Thorsten Stahl, der es dank dieses Erfolgs bis zum Jugendleiter brachte. Was beide Teams gemeinsam haben, ist ein Saisonstart, der etwas hinter den hohen Erwartungen zurückgeblieben ist. Das liegt auf Seiten der Gastgeber auch an den bereits zehn Gegentoren, die man sich in den ersten vier Partien gefangen hat. Statistik: das letzte Aufeinandertreffen ging bei einem Testspiel im letzten Sommer klar an die Gäste, die dabei aber auch von Hendrik „Krake“ Siewers Verletzung profitierten. Äußere Bedingungen: Erntefest, strahlender Sonnenschein bei 22 Grad, volles Haus, dazu der herrliche Duft brutzelnder Bratwürste – kurzum, besser geht es nicht.

 

Kommen wir zum Personal: an der Seitenlinie hat es in der Sommerpause nicht nur einen Trainerwechsel gegeben, auch die Verkaufsleitung hat sich geändert: Lena Sondermann hat sich dankenswerterweise bereiterklärt, in die großen Fußstapfen von Caro und Isa Stahl zu treten, musste heute aber wegen des Erntefest-Frühschoppens ersetzt werden. So durften die beiden Käsekrakauerliebhaberinnen ihr Comeback feiern. Was das kickende Personal angeht: verzichten musste Frank Hupertz auf Kapitän Mario Schulte (Florianismus), den angeschlagenen Meran-Legionär Max Fahrenkrog, die menschliche Schrankwand Sebastian Reuber und Urlauber Marcel Stracke, der mit Betreuer-Betreuerin Pia Hupertz noch auf Malotze in der Sonne liegt. Ebenfalls nicht dabei waren Berlinghausens Schützenkönig Basti Wigger und unser Major Basti Stracke, sowie Reserveoffizier Jan Drüeke, die im idyllischen Medebach mit unseren Majestäten und Sponsoren Daniel Beck und Mike Clemens auf dem Bundesschützenfest weilten- an dieser Stelle ein freundliches „Horrido!“. Die anderen beiden Ex-Hillmicker im Kader waren allerdings dabei: Dr. Timo Beck und Ex-Zehner Eike Engels waren bis in die Haarspitzen motiviert, es ihrer alten Liebe vom Fockenberg so richtig zu zeigen. Ebenfalls dabei war der neue Aggressive Leader Jochen Viedenz (3 Pflichtspiele/4 gelbe Karten), der erstmals seit zwei Jahren wieder bei einem Heimspiel in der Startelf stand. Auch Maori-Krieger Leon Stahl und Bruder Kilian waren nach überstandener Krankheit wieder mit von der Partie und standen mit geputzten Kontaktlinsen zur Verfügung.

 

Die Aufstellung, mit der unser Trainerduo den ersten Heimsieg eintüten wollte, sah an diesem sonnigen Sonntag folgendermaßen aus: im Tor der jetzt schon 37-jährige Jungspund Sebastian Pikowski, davor eine Viererkette mit Spielertrainer Tim Willmes und Frittentimo Beck im Zentrum und Baummörder Julian Zimmer und Seepferdchen Timo Berg auf den Außen. Im Mittelfeld das Duo aus dem DC-Universe: Jochen Viedenz und Kapitän Felix Bender, der türkische Halbspanier Steffen Bieker und Stolpertormann Klaus Viedenz auf den Außen. Ganz vorne sollten Lasagnebomber Tino Crico und Langnesebomber Jonas Scheele für Torgefahr sorgen. Aber genug des Vorgeplänkels und hinein ins Spiel des Jahres!

 

Iseringhausen begann bockstark, störte vorne früh und kam schon in den ersten fünf Minuten insbesondere durch Jonas Scheele zu mehreren Großchancen. Ballgewinn im Mittelfeld, schönes Spiel in die Spitze- und BÄM da stand er, der Topscorer, eiskalt wie eine nasse Hundeschnauze, abgezockter als Max Kruse während einer langen Pokernacht: aber Jonas Scheele machte die Bude nicht, sondern scheiterte am

Gästekeeper. Die Hillmicker Defensive fühlte sich hier in der Anfangsphase wie der Pizzateig, wenn das Nudelholz kommt, und wurde völlig überrollt.

 

Die Versuche von Felix Bender, dem torgefährlichsten Sechser seit Jens Jeremies, versandeten ebenfalls. Von den beiden Topstars der Gäste war in der ersten halben Stunde rein gar nichts zu sehen, insbesondere Hillmickes Jungschützenkönig Julian Stracke wurde von Julian Zimmer konsequent aus dem Spiel genommen, und zwar mit Grätschen, die ab sofort dick und fett auf dem Trainingsplan jeder Rugby-Mannschaft stehen, und es fehlte nur noch der Haka, dann wäre endgültig klar gewesen, dass die Iseringhauser Abwehr an diesem Tag einfach nicht zu knacken war. Uneinnehmbar, wirklich uneinnehmbar, nicht wie die Spanische Banknotendruckerei. So dachte man- bis die Gäste zu ihrer ersten Ecke kamen, die leider zum zu diesem Zeitpunkt höchst unverdienten 0:1 führte.   

 

Nach der Pause spielte man leider nicht mehr so zielstrebig nach vorne, kam aber insbesondere nach Granateneinwürfen von Tino Crico noch zu guten Chancen, die kläglichst vergeben wurden: der Ball traf Latte, Pfosten und Torwart, aber er wollte einfach nicht reingehen. Dann trat der Unparteiische in den Mittelpunkt: zunächst wurde eine rabiate Tätlichkeit gegen Klaus Viedenz nur mit Gelb geahndet, und dann kam der größte Witz seit Dinner for one: der Hillmicker Stürmer rannte in zwei Verteidiger hinein und warf sich elegant zu Boden, was der Schiri mit einem Elfer prämierte, der das Spiel kurz vor Schluss endgültig

entschied.

 

SpVg: Pikowski- Berg, Beck, Willmes, Zimmer (Eike Engels)- Bieker (Erik Engels), Bender, Jochen Viedenz (Leon Stahl), Klaus Viedenz- Crico, Scheele.

 

Stimmen zum Spiel:

 

Bastian H.: HESSE! Alter, den Ball muss man mit dem Kopf halten! Kriege ich noch eine von diesen geilen Stadionbratwürsten? Nur 2,50? Das ist ja fast geschenkt!

 

Thomas K.: Das hat ordentlich gefurzt!

 

Maximilian S.: Der Schlüssel zum Sieg war heute, dass wir das Hillmicker Offensivspiel frühzeitig abgewürgt haben. Leider waren wir bei den Standards nicht wach. 

 

Leon S.: Ki ora! 

 

Antonio C.: Liebe Mädchen und Jungen, liebe Schützenbrrrrüder, liebe Messdiener, liebe Organistin und alle, die da sind, liebe Brüder und Schwestern! Ich bedaure, dass die Mannschaft die Früchte ihrer Arbeit nicht ernten konnte!